Paint it black – and pink!!

Anfang Dezember hat der tapfere Mann an der Seite vom Superbini Geburtstag, und meistens backe ich dann für die lieben Kollegen noch eine Charge Törtchen, damit die sich mit ihm freuen. Ausserdem sind Cupcakes immer gern gesehen, und nebenbei festigt es meinen Ruhm als konkurrenzlos geniales Bäckerbinchen *muhaha*.

Vor einiger Zeit hatte ich mir bei einem in den Niederlanden ansässigen Versandhändler für Backzutaten, von dem ich auf einer Tortenmesse mal einen Teigschaber als Werbegeschenk bekommen hatte (ich lieeeebe praktische Werbegeschenke!!) 2 kg extra dunkles Kakaopulver bestellt. Die Herstellung von Kakaopulver, wie wir es kennen, ist übrigens ein superspannender Prozess. Wer sich ein bisschen mit Chemie auskennt und die Verwendung derselben im Lebensmittelbereich nicht sofort als Hexenwerk verdammt, dem sei dieser Artikel ans Herz gelegt.

Was dann im Paket lag, waren zwei Tüten dieses Erzeugnisses. Eine davon hatte netterweise ein mikroskopisch kleines Löchlein, was dazu führte, das die Innenseite des Kartons von einem feinen Schleier schwarzen Pulvers überzogen war. Lästig, weil es klebt wirklich überall, aber nicht so besorgniserregend wie ein Paket aus Holland, das weisses Pulver ausdampft. Ihr wisst, was ich meine 🙂

Ich wollte extra dunkle Schokoladenkuchen machen. Um diesen Farbton zu erreichen, muss man entweder literweise schwarze Speisefarbe in den Teig mischen oder – so empfehlen viele Rezepte – man zermörsert ein paar der vielen von euch sicher aus der Kindheit noch bekannten Kohle-Compretten und mengt sie unter. Der Nachteil bei den Kohletabletten ist jedoch einerseits das nicht zu unterschätzende Risiko von Obstipation bei zu exzessivem Verzehr von damit angemachten Speisen (und wer möchte schon eine durch den Genuss von Süssigkeiten induzierte Hartleibigkeit erleiden?) und andererseits, was ich noch viel schlimmer finde, die Wirkung als “Wirkstoff aus der Gruppe der Adsorbenzien”, sprich, die Kohle filtert bei ausreichender Dosierung sowohl Schad- als auch Wirkstoffe aus dem Magen-Darm-Trakt und sollte eben aus diesem Grund nicht mit Medikamenten eingenommen werden, weil diese dann u.U. nicht mehr wirken.

Aber legen wir den Apothekerkittel ab und streifen die Bäckerschürze über.  Ein Rezept für Schokoladencupcakes war gefunden, und der Entschluss gefasst, dazu die ebenfalls aus o.g. holländischem Baker’s Paradise georderte neuartige rosa Schokolade zu einem leckeren Topping zu verarbeiten.

Ruby, so heisst das Zeugs, das von einer schweizer Schokoladenfirma entwickelt? geerntet? hergestellt? wird, gab’s zuerst als rosa Kitkat-Riegel verarbeitet. Fand ich nicht so spannend, weil ich denke, dass der Schokoladengeschmack von der pappigen Waffel beeinflusst wird. Jetzt war der Zeitpunkt gekommen, den puren Geschmack zu testen – die kleinste lieferbare Menge waren 2,5 kg, netterweise in kleinen Chips, und die lagen – ebenfalls ein wenig schwarz gepudert – neben dem Kakao in dem Päckle.

Der Weg zum schwarzrosa Törtchenglück ist kein leichter und beginnt mit der Herstellung des Teiges. Dafür benötigt ihr:

175 g Mehl

150 g Zucker

30 g Kakao

75 g kleine Schokoladenchips oder wahlweise auch gehackte Tafelschokolade. Nehmt hier ruhig etwas dunklere Sorten.

1 TL Backpulver / 1/2 TL Natron

Die trockenen Zutaten vermengt ihr in einer Schüssel wie immer und stellt diese beiseite.

Dann mischt ihr die flüssigen Zutaten:

1 grosses Ei bzw 2 kleine

100 ml Speiseöl (ich hab’ wieder Sonnenblumenöl genommen)

140 ml Buttermilch

140 ml starken schwarzen Kaffee

Das flüssige muss dann ins staubige, sprich, ihr rührt die Flüssige Masse unter die trockenen Zutaten, befüllt dann mit dem Teig 12 Muffinförmchen und backt das bei 150 Grad ca 25 min. Macht unbedingt weltberühmte Stäbchenprobe, weil es sein kann, dass die Teiglinge noch ein bisschen pappig sind. Sollte das der Fall sein, lasst sie einfach bei herunterregulierter Temperatur noch ein paar Minuten im Ofen nachgaren.

Die Creme erfordert – naaaaaa, was wohl?? RICHTIG!!! PARALLELE PRODUKTIONSPROZESSE!!!

Ihr braucht dafür

2 Eiweiss

150 g Zucker

100 g Butter

200 g geschmolzene und auf Zimmertemperatur abgekühlte rosa Schokoladenchips

Vermischt das Eiweiss mit dem Zucker und rührt diese Masse über dem heissen Wasserbad mit einem Schneebesen so lange, bis sich die Zuckerkristalle komplett aufgelöst haben. Es bietet sich daher schon an, mit extra feinem Zucker zu arbeiten. Achtet darauf, dass die Masse nicht zu heiss wird, sonst koaguliert das Eiweiss und ihr habt so eine Art süsses Spiegelei, nur ohne den Spiegel.

Wenn alles schön homogen ist und beim Rühren nix mehr knirscht, gebt ihr die Masse in die Schüssel der Küchenmaschine und lasst sie von ihr so lange schlagen, bis sie a) abgekühlt ist und b) zu einer weissen schaumigen Konsistenz gelangt ist. Achtung: Wer etwas in der Art von klassischem kalt gerührtem Baiser erwartet, wird sich enttäuscht sehen. Die Zucker-Eiweiss-Masse wird zwar weiss, aber nie so hochvolumig wie Eischnee.

Während das rührt, nutzt ihr die Gelegenheit und lasst die rosa Chips über dem Wasserbad schmelzen. Das geht mit denen viel flinker als mit dunkler oder Vollmilch-Schokolade, und sie bleibt auch nach dem Abkühlen noch lange flüssig.

In der Abkühlphase der rosa Schoki gebt ihr zu der Eiweissmasse die Butter. Diese, aber das brauche ich wohl nicht extra zu erwähnen, soll ebenfalls schön weich sein, nicht so weich, dass sie wegfliesst, aber wenn ich jetzt im Dezember von “zimmerwarm” spreche, ist sie zu hart. Sobald die Butter komplett in der Eiweissmasse eingerührt ist, lass ihr langsam die geschmolzene Schokolade reinlaufen und schlagt das ganze noch ein paar Minuten, bis die Schokoladenbutterbaisermasse seidig-cremig ist.

Mit einer hübschen Tülle spritzt ihr dann die Schokoladenmasse auf die abgekühlten Cupcakes. Et voilà:

Die Rückmeldung der hochgeschätzten Testesserschaft war durchwegs positiv. Es steht noch die Beurteilung meiner lieben Nachbarin, die so heisst wie die Törtchen aussehen, aus. Ich schätze jedoch, dass auch diese eher weniger vernichtend ausfällt.