Yellow Submarine trifft Paul, das Fussballorakel…

Und Jacques Cousteau und seine Freunde sind auch mit von der Partie.

Kunterbunte Kunstwerke wie diese entstehen, wenn die Phantasie durchgeht und direkt durch die Fingerspitzen in den Kuchen fliesst. Dann wird aus der ursprünglichen Idee eines Biskuitsbodens auf einmal eine Kranzform, es gibt keine blau-weissen-Streifen, sondern wilde Wellen

und in der Mitte des ganzen entsteht plötzlich wie von Geisterhand ein tiefblauer See aus Prosecco-Gelee, in dem ein kleiner gelber Taucher versucht, sein auf Grund gelaufenes U-Boot wieder flott zu kriegen, nachdem er das erste schon erfolgreich aufs leicht abschüssige Trockendock geschoben hat, argwöhnisch beäugt von seinem Taucherkollegen an Land:

Ganz wild wird es dann, wenn auch noch Kopffüssler dazu kommen und Blödsinn machen:

Da kann man schon nachvollziehen, dass alles aus dem See flüchtet, was flüchten kann:

während andere sich die Situation erst mal von draussen betrachten:

oder den Weg durch die Hintertür nehmen:

Hard Facts – der Teig ist ein klassischer Biskuit aus 6 Eiern, die – getrennt in Eiweiss und Eigelb, mit je 50 g Zucker schön schaumig geschlagen und anschliessend ineinander vermengt werden. Damit’s nicht nur ein beinharter Baiser wird, kommen noch 100 g Mehl und 50 g Stärke, angereichert mit einem TL Backpulver dazu. Das Mehl hebt ihr bitte ganz vorsichtig unter, sonst haut’s die ganze mühsam eingeschlagene Luft aus der Eimasse wieder raus und es sackt zusammen. Ausnahmsweise habe ich die Form sowohl gebuttert als aus mit Semmerlnbröserln ausgestreut, weil ich nicht wollte, dass auch nur ein Zipfel in der Form hängen bleibt. Nach 35 Minuten bei 160° im Ofen (Ober- /Unterhitze) könnt ihr das erste Mal den Teig mit einem spitzen Gegenstand auf Durchgebackensein prüfen. Wenn’s ok ist, raus damit – er soll nicht zum Löffelbiskuit verbacken.

Als der Teigling erkaltet war, habe ich in in der MItte einmal durchgeschnitten und mit einer Lage meiner neuen Marzipan-Vanille-Buttercreme gefüllt.

Die blauen Wellen aussenrum bestehen aus weisser Ganache (600 g weisse Schokolade auf 200 ml Sahne), die ich hälftig geteilt und dann einmal mit etwas weisser und blauer Speisefarbe gefärbt und in Streifen auf den Teigling aufgetragen habe. Das wilde Muster ensteht, wenn man dann mit einer Palette (sagt man das so auf Deutsch? Pallet knife? – also dieses Ding, womit man Cremes auf Kuchen glattstreicht halt) kreativ hin- und herfuhrwerkt.

Der Bergsee war schon eine grössere Herausforderung…also technischer, nicht kulinarischer Art. Er besteht aus einer ganzen Flasche Prosecco, die ich auf 500 ml Flüssigkeit reduziert, also eingekocht habe, und in der ich dann 8 Blatt Gelatine aufgelöst habe. Ein Klacks blauer Farbe nach Belieben und schwupps – fertig ist die essbare Version des Funtensees. Der Trick dabei ist, mit dem Eingiessen des Seewassers so lange zu warten, bis die Flüssigkeit schon fast am Stocken ist und man damit das Risiko minimiert, dass die blaue Flüssigkeit (warum muss ich jetzt an die uralte Werbung für Damenhygieneartikel denken??) irgendwo im Kuchen versickert. Dazu habe ich  (hoffentlich) den Inneren Kreis des Kranzkuchens mit der Ganache so abgedichtet, dass keine grösseren Lücken geblieben sind.

Die U-Boote und die Taucherlein sind wiederverwendbare Getränkekühler, die ich auf der Suche nach genau sowas bei einem grossen Versandhändler gefunden habe. Wenn die Torte denn mal aufgegessen ist, kann man die ganz einfach abspülen, einfrieren und damit dann seinen Weisswein oder den Apfelsaft oder was auch immer kühlen. Nachhaltige Deko sozusagen. Ich bin sehr gespannt…