Hail to The King!!

Liebe Freunde des gepflegten Törtchengenusses,

manchmal muss man spontan sein… Zur morgigen Verabschiedung eines Kollegen des Mannes an SuperBinis Seite sollte es etwas passendes, neues und trotzdem leckeres werden. So lecker, dass es ihm beim dem Gedanken daran, was ihm in Zukunft entgeht, dort drüben in Orange County (ha, das war jetzt ein Insider) die Tränen der Wehmut in die Augen treibt.

Eine Legende erzählt, dass Elvis Presley, ein verblichener Landsmann des oben erwähnten Kollegen, (ja, liebe Friedberger, ihr müsst jetzt ganz tapfer sein – Elvis war kein Hesse..)  einen Großteil seiner späteren Körpermasse der Tatsache verdankt, dass er seine Sandwiches am liebsten mit Erdnussbutter, Banane und Bacon genoss.

Findige Bäckersfrauen haben daraus das ein oder andere Törtchenrezept abgeleitet.  Ich habe sie alle (zumindest kam es mir so vor) gesichtet und dann eins davon leicht abgewandelt und heute nachgebacken.

Man fängt mit den Bananen an. Die Bananen, 3 an der Zahl, werden in Scheiben geschnitten und dann auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech gelegt, mit braunem Zucker (ich denke, man kann auch weissen nehmen *teufelszeugalarm*  – hauptsache, es karamellisiert schön) im Ofen bei 160° ca 30 min überbacken, bis sie matschig und karamellbraun sind.

Wenn sie fertig sind, kratzt man sie einfach vom Papier runter und lässt sie irgendwo erkalten. Sie werden später püriert und dem Teig beigemengt.

Für den Teig benötigt ihr auch diesmal wieder kein Zauberzeug.

  • 400 Mehl
  • 200 g Zucker
  • eine Prise Salz
  • 3 TL Backpulver (eine interessante Erklärung, wann man Backpulver und wann man Natron verwendet, findet ihr übrigens – in englischer Sprache allerdings – hier)
  • 375 ml Milch
  • 100 ml Speiseöl (auch hier solltet ihr wieder ein eher farbloses und geschmacksneutrales Öl wählen. Kürbiskern- und Olivenöl fallen aus diesen Gründen schon mal raus)
  • 75 g Butter (ich hab sie wieder geschmolzen)
  • 2 TL Joghurt
  • 1 TL Vanilleextrakt
  • 2 grosse Eier

Das Prinzip ist hier wieder same same, not different. Die trockenen Zutaten ordentlich vermengen, die nassen in einem separaten Behälter mischen und dann nass zu trocken. Vergesst nicht das Bananenpüree!!!

Befüllt dann die mit hübschen Papierförmchen bestückten Muffinbleche

und backt sie bei 160° ca 25 – 30 min. Da ich zwei Bleche gleichzeitig im Ofen hatte, habe ich Umluft gewählt. Ober- / Unterhitze tut es aber auch.

In der Zwischenzeit könnt ihr die Deko vorbereiten. Ihr erinnert euch, dass auf der königlichen Stulle neben Banana und Peanut auch noch Bacon anzutreffen war. Bacon wie in American Breakfast, also den in Streifen geschnittenen, rot-weiss, nicht den englischen, rosa und rund.

Ich hab drei Scheiben von dem Bacon in der Pfanne knusprig geröstet (und vergessen, es zu dokumentieren – aber wie schon Thorsten Sch. aus B. sagte – dokumentieren wird völlig überbewertet). Die Baconscheiben lasst ihr auf einem Küchentuch abtropfen und auskühlen und brecht sie nachher in kleine Stückchen. Geheimtipp: Bewahrt sie katzensicher auf.

Während die durchgebackenen Törtchen auf einem Kuchengitter auskühlen, macht ihr euch an den Erdnussbuttersprotz.

Prinzipiell zweifele ich ja immer an den Mengenangaben in den Rezepten. Als ich die 400 g Mehl oben gelesen habe, war mir schon klar, dass das definitiv mehr als 12 Cupcakes werden. Es werden übrigens grosszügig bemessene 24. Insofern hatte ich mich dann auch entschlossen, das Rezept für das Peanutbutterfrosting zu erweitern. Nichts ist schlimmer, als wenn mitten im Dekorationsprozess das Material knapp wird.

  • 400 g Erdnussbutter (creamy, nicht crispy). Warm.. Ziemlich zimmerwarm. Ansonsten ist das Zeug bretthart und vermengt sich nicht.
  • 125 g Butter (nicht ganz so zimmerwarm – die wird nämlich schneller flüssig als Erdnussbutter)
  • 240 g Puderzucker

(im Originalrezept war noch die Rede von Vanilleextrakt und 80 ml Sahne. Beides habe ich weggelassen. Die Sahne hätte die Creme meines Erachtens viiiiel zu flüssig gemacht. Wenn Materialknappheit der Supergau ist, dann ist zu flüssiges Frosting der Sub-Supergau)

Hier lasst ihr den Job am besten von der Küchenmaschine erledigen. Alles zusammen in die Rührschüssel, das Paddle attachment drauf und so lange rühren, bis sich alles schön vermengt hat und eine hellere Farbe und tendenziell fluffige Konsistenz angenommen hat. Kann schon mal 10 Minuten dauern.

Ich habe die abgekühlten Törtchen dann, um die Dekadenz komplett zu machen, ausgehöhlt (Apfelausstecher ist das Zauberwort) und mit flüssiger Schokolade befüllt. Dann das ganze Meisterwerk mit eine großzügigen Tupfer Erdnussbuttercreme dekoriert, Baconschnipsel oben drauf und gehackte, in der Pfanne geröstetete Erdnüsse drübergestreut. Voilà!